Briefwechsel Eck - Übersicht Reformationsgeschichte
Nr. 265

Eck an Pietro Paolo Vergerio
Ingolstadt
17-12-1533


Eck ist zwar enttäuscht, daß die päpstlichen Legaten bei ihren Bemühungen, ihm zu Pfründen zu verhelfen, keinen Erfolg haben, doch glaubt er weiterhin an Vergerios gute Gesinnung gegen ihn. So sendet er ihm die ersten beiden Bände des fünften Teils seiner Schriften gegen Luther und verbindet damit die Hoffnung, der Legat werde nicht vergessen, für Eck ein gutes Wort einzulegen, wenn es in den Diözesen Freising, Regensburg oder Eichstätt zu Vakanzen kommen sollte.


S.P.

Essem plane ingratus, Reverende pater, si non agnoscerem tuum in me beneficium, sponte in me collatum.

Et etsi dubitem, an quicquam utilitatis ex ista tua provisione ... ad me perveniat, velut iam tot annis michi accidit cum pontificijs Legatis, verum et animus iste tuus in me propensus ac bene volens me tibi reddit obstrictissimum. Sperans omnino, si ista via non successerit, forte alibi dabitur occasio studiis meis consulendi.

Et quamvis non liceat referre grates, tamen ut paratum animum meum agendi gratias ostendam, mitto tomos duos priores V. partis operum meorum adversus Lutheranos. Quod si aliqua vacantia venerit ex diocesibus Frisingensis, Ratisponensis aut Eistettensis, mei non obliviscatur.

Vale et salve. Reverende pater.

Jngolstadij 17. Decembris Anno gratiae 1533.

E. Reverendae paternitatis obsequentissimus
Iohannes Eckius.

(In dorso:) Reverendo In Christo Patri et Domino Petro Paulo Vergerio Iustinopolitano S.D.N. ad Romanorum Legato Mecenato SUO.

Seid vielmals gegrüßt!

Ich wäre völlig undankbar, ehrwürdiger Vater, wenn ich nicht Euer Wohlwollen mir gegenüber erkennen würde, indem Ihr mir spontan eine Pfründe ankündigt!

Und wenn ich auch bezweifle, daß irgendein Nutzen aus dieser Eurer Fürsorge für mich entspringen wird, wie es mir schon so viele Jahre lang mit den päpstlichen Legaten geschieht, weiß ich mich aufgrund Eurer Gesinnung, die Ihr mir entgegenbringt, und Eures Wohlwollens Euch gegenüber in der Tat sehr verpflichtet. Ich hoffe aber grundsätzlich, daß, wenn dieser Weg ohne Erfolg bleibt, sich vielleicht eine andere Gelegenheit bieten wird, meine Mühen zu entgelten.

Und obgleich es sich noch nicht anbietet, für irgend etwas Dank zu sagen, werde ich Euch ein Zeichen meiner zur Tat bereiten Gesinnung geben und sende Euch die beiden ersten Bände des fünften Teils meiner Schriften gegen Luther.

Wenn in den Diözesen Freising, Regensburg oder Eichstätt irgendwelche Benefizien vakant werden, vergeßt mich nicht!

Lebt wohl und Gruß, ehrwürdiger Vater.

Ingolstadt, 17. Dezember im Jahr der Gnade 1533.

Euer Väterlichkeit gehorsamster
Johannes Eck.